BUND Rhein-Erft

Stadtbäume leiden unter Hitze und Trockenheit

24. August 2020 | Hürth, Stadtnatur

In vielen Gebieten Deutschlands ist es trotz Regenfällen in den letzten Tagen und Wochen aktuell viel zu trocken, um unsere Stadtbäume ausreichend mit Wasser zu versorgen

Bäume machen das Leben in der Stadt auch in Zeiten von Hitze erträglich, denn sie spenden Schatten und lassen die Umgebungstemperatur spürbar sinken. Um uns diesen Dienst zu erweisen, ist unsere Stadtnatur auf genügend Feuchtigkeit angewiesen. Während viele Menschen ihre eigenen Pflanzen in der Wohnung oder auf dem Balkon und im Garten regelmäßig gießen, geraten die Bäume auf öffentlichem Boden schnell in Vergessenheit. „In vielen Gebieten Deutschlands ist es trotz Regenfällen in den letzten Tagen und Wochen aktuell viel zu trocken, um unsere Stadtbäume ausreichend mit Wasser zu versorgen“, sagt Afra Heil, Expertin für Stadtnaturschutz beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). 

Die meisten Bäume haben in der Stadt mit Bodenverdichtung, zu kleinen Baumscheiben. Insbesondere junge Bäume oder Flachwurzler kommen nicht an das Grundwasser heran, das vielerorts durch die zurückliegenden Hitzejahre zudem gesunken ist. Sie sind deshalb auf zusätzliche Wasserversorgung angewiesen. „Bäume im Trockenstress erkennt man daran, dass sich ihre Blätter einrollen und vergilben“, erklärt Heil. „In letzter Konsequenz werfen die Bäume ihre Blätter ab.“ Im höchsten Wipfel sind die Symptome zuerst sichtbar: Bei anhaltender Trockenheit wird ein Großteil oder gar die ganze Baumkrone schütter und durchsichtig. Die Bäume bilden dann auch nur noch kleinere und sichtbar hellere Blätter aus.

Viele Städte setzen jetzt Gießsäcke ein. Der Boden bleibt länger naß, die Flüssigkeit wird langsam abgegeben. Drainage Rohre, die bis an die Wurzeln kommen, sind auch eine gute Lösung. Wird ein neuer Baum gepflanzt, legt mein gleich ein Rohr mit in den Boden. Ein Baum am Straßenrand braucht in Trockenperiode bei heißen Temperaturen 80l in der Woche. Die Flüssigkeit wird von den Blättern wieder abgegeben und kühlt die Umgebungstemperatur ab.

Die Baumscheibe sollte beim Gießen erst ein wenig angefeuchtet werden, damit die Erde das Wasser besser aufnimmt. Gießringe um den Baum können das Wasser länger in Baumnähe halten, oftmals ist ein Ring aus Erde rund um den Baum schon ausreichend. Noch besser sind große, bepflanzte Baumscheiben, denn die anderen Pflanzen halten den Boden zusätzlich locker und schützen vor direkter Sonneneinstrahlung. Durch die Auflockerung wird der Boden wiederum aufnahmefähiger.

Andreas Palm vom BUND Hürth rät den Städten ein Gießkonzept zu Entwickeln. Einmal im Monat zu wässern ist zu wenig. Es muß genug Personal zur Verfügung stehen. Mit 100 Gießsäcken komme man nicht weit. Es sollte in den Kommunen einen Ansprechpartner geben, der sich um Baumpaten kümmert. An öffentlichen Gebäuden zB Schulen könnten 1000l Tanks installiert wird, um auf Regenwasser zurück zu greifen.

Presse:
https://www.radioerft.de/artikel/rhein-erft-strassenbaeume-brauchen-wasser-692341.html

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