BUND Rhein-Erft

Buschbeller Wald

Buschbeller Wald

Buschbeller Wald akut bedroht

Der Buschbeller Wald ist einer der letzten Altwälder im Rhein-Erft-Kreis (nahe Köln). Er hat dem Frechener Ortsteil Buschbell seinen Namen gegeben. Jahrhunderte lang war er Mensch, Tier und Pflanze eine Heimat. Wegen seiner wertvollen Altwaldbestände (europäisch geschützte FFH-Lebensraumtypen), die zahlreichen geschützten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bieten, hätte der Wald nach den Meldekriterien der Europäischen Gemeinschaft als Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet gemeldet werden müssen. Dies ist jedoch aus wirtschaftlichen Gründen unterlassen worden. Denn unter dem Wald liegt Quarzsand. Und den will die Quarzwerke GmbH Frechen gewinnen.

Zwar ist für den bereits genehmigten Rahmenbetriebsplan, der die Vernichtung des gesamten Waldes vorsieht,  eine „Umweltverträglichkeitsprüfung“ durchgeführt worden. Jedoch sind bei dieser etliche geschützte Tier- und Pflanzenarten sowie geschützte Lebensraumtypen nicht berücksichtigt worden. Dadurch konnte das Unternehmen jahrelang den wertvollen Altwald roden.

Dabei wird der Wald von mindestens zehn Fledermausarten genutzt. Er ist Lebensraum von Schwarz- und Mittelspecht, Waldohreule, Waldkauz, Uhu, Feuersalamander, Springfrosch, verschiedenen Orchideen sowie einer Vielzahl weiterer streng geschützter Tier- und Pflanzenarten, die auf Altwälder angewiesen sind. Er ist damit eine „Arche Noah“ für diese Arten im mittlerweile waldärmsten Kreis von Nordrhein-Westfalen. Nur 11 Prozent beträgt der Waldanteil im Rhein-Erft-Kreis; der Landesdurchschnitt liegt bei knapp 27 Prozent. Der Altwaldanteil davon ist verschwindend gering: Nach einer Schätzung des Regionalforstamtes von 2010 beträgt der Anteil an Bäumen 120-150 Jahre: 15 Prozent, Bäume über 150 Jahre: 2-5 Prozent.

Die Bezirksregierung Arnsberg als Genehmigungsbehörde hatte nach Intervention des BUND für den von der Quarzwerke GmbH zur Zulassung beantragten Hauptbetriebsplan  für den Quarzsandabbau 2013-2017 vom Unternehmen eine Artenschutzprüfung angefordert. Der BUND hatte zu dieser eine kritische Stellungnahme abgegeben, denn wieder waren viele Arten nicht berücksichtigt worden. Zudem hat der BUND mobil gemacht: Im August 2013 war beispielsweise die Reclaim-Power-Tour im Wald zu Besuch. Die BUND Kreisgruppe Rhein-Erft hat im Oktober 2013 gemeinsam mit dem Autorenkreis Rhein-Erft und der Greifvogelschutzstation Buschbell einen literarischen Waldspaziergang unternommen. Im Juli 2014 war die “Tour de Natur” im Wald. Der Buschbeller Wald war schon Thema im Deutschlandradio und beim WDR – Aktuelle Stunde.

Nach zweimaliger Verzögerung ist der Hauptbetriebsplan jedoch am 13.8.2014 von der Bezirksregierung Arnsberg genehmigt worden. Damit ist ein weiterer Abschnitt des unersetzbaren Waldes zur Vernichtung freigegeben worden. In der Woche vom 24.-28.11.2014 hat das Unternehmen einen Teil der Fläche gerodet.

Der BUND und “Rettet den Regenwald e.V.” sammelten rund 84.000 Unterschriften für den Erhalt des Waldes. Die Unterschriften sind am 15.8.2014 der Quarzwerke GmbH zugesandt worden, am 16.9.2014 dem Rhein-Erft-Kreis, am 29.4.2015 dem Umweltministerium NRW und am 11.12.2015 der Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission, Abteilung „Natura 2000“ übergeben worden.

Die Unterschriften reichen noch nicht aus, um den unersetzbaren Buschbeller Altwald zu retten. Die Zerstörung des Waldes in der „Salamitaktik“ – dieses Jahr ein Streifen, nächstes Jahr der nächste etc. – ist in vollem Gange. Ein Teil ist bereits wieder „vorfeldgeräumt“ worden, im Winter 2016/2017 sollen dort auch die großen Bäume weg. Der BUND arbeitet weiter daran, die Rodung aufzuhalten.

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